Personen posieren vor der Kamera
v.l.n.r. Tillmann Stenger (ILB), Helge Jürgens (Medienboard), Sven Oswald (Moderation, rbb), Dr. Matthias von Bismarck-Osten (IBB), Andrea Peters (media:net) © Medienboard 14.01.2020
medien.barometer 2019/2020 mit Schwerpunktthema "Diversität" veröffentlicht

Das heute veröffentlichte medien.barometer zeigt: Diverser aufgestellte Unternehmen sind erfolgreicher und schauen optimistischer in die Zukunft. Die am häufigsten genannten Maßnahmen, um Diversität umzusetzen, sind Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort, Ausrichtung der Unternehmensstrategie sowie die Anwendung von Diversitätskriterien bei der Auswahl von Bewerber*innen.

62% der Befragten geben an, vor allem durch Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort Diversität umzusetzen. Auch die Verankerung von Diversität in der Unternehmensstrategie (41%) und die Anwendung von Diversitätskriterien bei der Auswahl von Bewerber*innen (30%) sind häufig genannte Maßnahmen. Deutlich seltener wird die Wahrung der Parität bei der Besetzung von Leitungspositionen (12%) genannt sowie die Einrichtung einer eigenen Abteilung. 8% der Befragten geben an, eine*n Diversitätsverantwortliche*n benannt zu haben.

International aufgestellte Medienunternehmen beschäftigen häufiger Mitarbeiter*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Insgesamt arbeiten in 76% der befragten Unternehmen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Bei den international aufgestellten Unternehmen sind es 81%, während in nur 58% der Unternehmen ohne internationale Geschäftsbeziehungen Mitarbeiter*innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit beschäftigt sind.

Zu wenige Frauen in der Geschäftsführung

Die Medienbranche in Berlin-Brandenburg ist bereits sehr weiblich: 81% der befragten Unternehmen geben an, Frauen in Führungspositionen mit Personalverantwortung (mittleres Management) zu beschäftigen. Dagegen sind in 34% der Unternehmen keine Frauen in Geschäftsführungs-/Vorstandspositionen vertreten.

Zusammenhang von Diversität und Unternehmenserfolg: noch fehlt das Bewusstsein

Nur 12% der Befragten bewerten Diversität als eines der drei wichtigsten Themen für die kommenden zwölf Monate – nach Themen wie technologischen Innovationen (43%), Finanzierung/Förderung (42%), Expansion/Wachstum (39%) oder der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle (37%). Für die Zukunft gilt es daher, das Bewusstsein für die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung divers aufgestellter (Führungs-)Teams zu schärfen.

medien.barometer Geschäftsklimaindex: Berlin-Brandenburger Medienwirtschaft stabil, Unternehmen solide aufgestellt

Die wirtschaftliche Lage der Medienunternehmen in Berlin-Brandenburg ist weiterhin stabil: 63% der Befragten sind zufrieden (43%) bis sehr zufrieden (20%) mit dem Geschäftsverlauf ihres Unternehmens im zurückliegenden Jahr. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (2018: 55%). Auch blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft: 84% rechnen für die kommenden zwölf Monate mit steigenden (41%) bzw. stabil bleibenden (43%) Umsätzen. Dies ist ein nur leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (2018: 86%). Erstmalig enthält das medien.barometer berlinbrandenburg 2019/20 einen Geschäftsklimaindex, der die Entwicklung des Geschäftsklimas und die Umsatzerwartungen der Berlin-Brandenburger Medienunternehmen im Zeitverlauf seit 2013 abbildet: Mit insgesamt 139 Punkten erholt sich die Medienwirtschaft nach einem Rückgang 2018 (134 Punkte im Vergleich zu 149 Punkten im Jahr 2017) langsam wieder.

Wirtschaftliche Bedeutung des Clusters IKT, Medien, Kreativwirtschaft in Berlin-Brandenburg

Die aktuellen statistischen Zahlen zur Medien- und Kreativwirtschaft in der Hauptstadtregion bestätigen diese Ergebnisse: Mit 13,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2017 (+11,3% im Vergleich zu 2016) stellt die Medienwirtschaft einen Anteil von 29% am Umsatz des gesamten Clusters IKT, Medien, Kreativwirtschaft. Das Cluster hat einen Anteil von 14,8% an der Gesamtwirtschaft.

Über das medien.barometer berlinbrandenburg

Das medien.barometer berlinbrandenburg beleuchtet die Stimmung und die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Teilbranchen des Clusters IKT, Medien, Kreativwirtschaft in der Hauptstadtregion. Seit 2004 nimmt die Befragung die aktuellen Einschätzungen sowie die Zukunftsaussichten der Berliner und Brandenburger Unternehmen aus der Medienwirtschaft in den Blick. Das medien.barometer trägt damit dazu bei, die Entwicklungen in der Medienwirtschaft zu verfolgen und in der Zeitreihe abzubilden. Es erlaubt, Dynamik und Trends der Medienwirtschaft aufzuspüren, die Standortarbeit zu evaluieren und Standortaktivitäten abzuleiten. Das medien.barometer 2019/20 beschäftigt sich mit dem Thema Diversität und enthält darüber hinaus die aktuellen Zahlen zum Medienstandort Berlin-Brandenburg. 275 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg haben sich an der Befragung beteiligt

Das medien.barometer berlinbrandenburg ist eine Initiative des media:net berlinbrandenburg. Technologischer Befragungspartner ist TrendResearch. Die Investitionsbank Berlin (IBB) und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) unterstützen als Partner die aktuelle Befragung mit dem Fokus „Diversität", das Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt sie als Förderer.